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Bei lahmen Samen: "ICSI"
Standild aus einer Videoaufnahme, 2003
Reproduktionsmedizinisches Labor,
Universitäts-Frauenklinik Erlangen
Realisierung: clip...trix, Erlangen
Bei der IVF müssen die Spermien aus eigener Kraft in die Eizelle
eindringen. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, bleibt auch die
"künstliche Befruchtung" erfolglos. Hier kann die "Intrazyto-plasmatische
Spermien-Injektion" (ICSI) helfen. Dabei wird mit einer feinen
Glaskanüle eine einzelne Samenzelle angesaugt und in die Eizelle
eingespritzt. |
In Deutschland übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung derzeit
Leistungen zur künstlichen Befruchtung, sofern die Frau nicht älter
als 40 Jahre ist. Vier Behandlungszyklen hat jedes Paar frei. Für
alle weiteren müssen die Kosten privat getragen werden.
Durch die In-Vitro-Fertilisation (IVF) konnte Zehntausenden von Eltern
der Kinderwunsch erfüllt werden. Allein im Jahr 2001 wurden in Deutschland
über 7.000 "IVF-Kinder" geboren. Dennoch geht jedes dritte
Paar leer aus. Vor allem mit zunehmendem Alter der Frau wird die Erfolgsrate
geringer.
Zudem darf nicht vergessen werden, dass die fortpflanzungsmedizinischen
Maßnahmen für die Paare eine erhebliche gesundheitliche und
psychische, zum Teil auch finanzielle Belastung bedeuten. Die hohen Hormongaben
beeinflussen die körperliche und seelische Verfassung der Frau. In
manchen Fällen entwickelt sich sogar ein lebensgefährliches
"Überstimulationssyndrom".
Außerdem stellt sich durch die IVF das Problem der Mehrlingsschwangerschaft:
Je mehr Embryonen bei einem Versuch in die Gebärmutter transferiert
werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu
einer Schwangerschaft kommt. Die Übertragung von bis zu drei Embryonen
ist gesetzlich erlaubt. Aber was tun, wenn alle drei "angehen"?
Im Jahr 2001 war jedes vierte IVF-Baby ein Zwillings- oder Drillingskind.
Das birgt gesundheitliche Risiken für Mutter und Kinder und bedeutet
eine erhebliche Belastung für die Familie. Immer häufiger wird
deshalb zur tödlichen Spritze gegriffen, um aus einer Drillings-
eine Zwillingsschwangerschaft zu machen. Dieser "intrauterine Fetozid"
bedeutet eine enorme psychische Belastung für die Frau und für
den Arzt. Aus dem Wunsch, Leben zu schenken und zu bewahren, kann so der
Selbstvorwurf werden, ein entstehendes Leben im Keim erstickt zu haben.
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