Kinder aus dem Eis
    Kinderwunsch
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Kryokonservierung
Die Farbe des Erfolgs
Fotografie, Anfang 1980er Jahre
Tatjana und Alfred Kniewald, Prien
(Reproduktion)

IVF und Kryokonservierung wurden im Tierversuch getestet. Doch wie konnte man sicher sein, dass die "Mäusebabys" auch wirklich das Ergebnis der künstlichen Befruchtung waren?
Ganz einfach: Eizellen und Samenzellen stammten von schwarzen Mäusen, das Embryo aber wurde in eine weiße Maus eingesetzt. Warf sie daraufhin schwarze Junge, war der Erfolg der künstlichen Befruchtung bewiesen.

Dem ersten Retortenbaby Deutschlands folgten an der Frauenklinik rasch weitere erfolgreiche "künstliche Befruchtungen".

Anfangs musste vor jedem IVF-Versuch eine Bauchspiegelung in Vollnarkose vorgenommen werden, um die Eizellen zu gewinnen. Es gab keine Möglichkeit, überschüssige Eizellen oder Embryonen einfach für den "nächsten Versuch" aufzubewahren. Das bedeutete eine große Belastung für die Frau.

Auch für dieses Problem gab es in der Tierzucht bereits eine Lösung: Die Lagerung in flüssigem Stickstoff (Kryokonservierung). Diese Tiefkühl-Verfahren waren aber für die medizinische Anwendung wenig geeignet. Die menschliche Eizelle ist so empfindlich, dass sie bereits durch kleinste Temperaturschwankungen zerstört wird.

Das Erlanger IVF-Team entwickelte zusammen mit Ingenieuren vom Lehrstuhl für Regelungstechnik ein schonenderes Verfahren: die "Kryokonservierung im offenen System mit automatischer Auslösung des Kristallisationsprozesses". Dadurch wurde es möglich, die Temperaturschwankung im Eizell-Behälter zu minimieren und den Gefriervorgang präzise zu kontrollieren und zu steuern.

Das "Erlanger Verfahren" bewährte sich in der Praxis. Zwei weitere Premieren folgten:

  • 1986: Erstes Baby aus einem tiefgefrorenen Embryo in Deutschland

  • 1987: Erstes Baby aus einer tiefgefrorenen Eizelle in Deutschland

Diese Erfolgsgeschichte wurde von kritischen Stimmen begleitet, die nach dem Verbleib von nicht verwendeten befruchteten Eizellen und Embryonen fragten. Sollten sie einfach als biologisches Material entsorgt, für medizinische Forschungszwecke genutzt oder wie potentielle Menschen behandelt werden? - An einem Stichtag im Jahr 2002 lagerten in der Erlanger Frauenklinik 773 befruchtete Eizellen und 8 Embryonen bei -196 Grad im Stickstofftank.

 

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