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Erbetete Kinder
Andachtsbild der Seligen Irmengard
Wallfahrtskirche Frauenchiemsee
In der Wallfahrtskirche von Frauenchiemsee ruhen die Gebeine der 866
verstorbenen Äbtissin Irmengard, einer Urenkelin Karls des Großen.
Die Klostertradition berichtet, dass sie sich zu Lebzeiten besonders
der Armen angenommen habe. Das Grab der 1928 Seliggesprochenen wurde
zum Wallfahrtsziel in allen "Nöten des Leibes und der Seele".
Als Zeichen des Dankes für die erfahrene Hilfe hinterlassen die
Gläubigen Votivgaben. Viele davon erzählen von der Erfüllung
eines Kinderwunsches. |
Es gab schon immer Frauen und Männer, bei denen der gewünschte
Nachwuchs ausblieb. Ob sie ihre Kinderlosigkeit als Problem wahrnahmen
oder nicht, hing vor allem davon ab, welche Bedeutung der Fruchtbarkeit
und der Familie in der jeweiligen Gesellschaft beigemessen wurde.
Manche Paare hofften auf Kinder, weil nur dann die Ehe als "von
Gott gesegnet" galt - wir sprechen heute noch vom "Kindersegen".
Andere warteten auf einen Stammhalter, dem sie Haus und Hof überlassen
konnten. Ärmere benötigten vor allem helfende Hände zum
Arbeiten und zählten auf die Unterstützung durch ihre Kinder
im Alter.
Heute, in einer Zeit der sozialen Absicherung, treten individuelle, emotionale
Beweggründe in den Vordergrund. So erhoffen sich manche Paare von
Kindern eine Bereicherung und Stärkung ihrer Beziehung.
Die Motive für den Kinderwunsch mögen sich mit der Zeit gewandelt
haben - die Auswege aber, auf die kinderlose Paare ihre Hoffnung setzen,
sind zum Teil die gleichen geblieben. Denn nicht alle vertrauen auf die
moderne Reproduktionsmedizin:
Glaube
In den Wallfahrtskirchen finden sich moderne Votivgaben, mit denen
sich glückliche Eltern für die Erhörung ihres Gebetes bedanken.
Heilmittel
Bereits in der Antike waren Heilpflanzen bekannt, die nach heutigem
Kenntnisstand die Hormonlage der Frau regulieren können.
Adoption
Die "Annahme an Kindesstatt" ist nach wie vor die pragmatischste,
aber nicht die einfachste Antwort auf eine ungewollte Kinderlosigkeit.
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