Planspiel Wunschkind
    Kinderwunsch
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Planspiel Kinderwunsch
Kinder? Unbedingt, aber...
Text-Graphik-Collage, Erlangen 2003
Hans-Jürgen Hippe, Dorothea Krüger

Empfängnis und Schwangerschaft vollzogen sich früher im Verborgenen. Heute gibt es vielfältige Möglichkeiten der Kontrolle und Einflussnahme.
Die Ultraschall-Untersuchung im Rahmen der Pränatal-Diagnostik (PND) ist bereits Routine. Die Präimplantations-Diagnostik (PID) dagegen ist bei uns noch verboten. In letzter Konsequenz stellen beide Verfahren die Frage nach dem Lebenswert eines noch nicht geborenen Menschen.

Durch IVF und ICSI ist die menschliche Fortpflanzung in einem bislang unbekannten Maße manipulierbar geworden. In Deutschland gilt seit 1991 das vergleichsweise strenge "Embryonenschutzgesetz". In anderen Ländern aber ist manches heute bereits Wirklichkeit, was zunächst wie science fiction klang:

Eizellspende
Wenn Frau A selbst keine Eizellen produziert, spendet Frau B Eizellen für die IVF. Kritisch wird dieses Verfahren, wenn die Auswahl der Eizelle "nach Katalog" erfolgt. Außerdem stellt sich die Frage, welche Frau nun eigentlich die Mutter des Kindes ist: Frau B, die genetische Mutter, oder Frau A, die das Baby ausgetragen hat?

Leihmutterschaft
Wenn für Frau C eine Schwangerschaft nicht in Frage kommt, kann sie ihr IVF-Kind von Frau A austragen lassen, eventuell in Kombination mit einer Eizellspende durch Frau B. Welche Frau ist nun die Mutter? Die Eizellspenderin, die Leihmutter oder Frau C, die das Baby aufzieht?

Schwule Eltern
Männer können nicht schwanger werden. Daran hat auch die IVF nichts geändert. Schwule Paare können aber mithilfe von Eizellspende und Leihmutterschaft Eltern werden. Dieses Kind ist allerdings nur einem der Partner genetisch verwandt. Auch hier gibt es inzwischen eine Lösung: Das Genmaterial der Eizelle kann vor der IVF entfernt und durch das Genmaterial aus einer Samenzelle des zweiten Partners ersetzt werden.

PID und Designer-Baby
Bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) werden die Embryonen vor dem Transfer auf bestimmte Merkmale hin untersucht und ausgewählt, um die Weitergabe von schweren Krankheiten zu vermeiden. Damit fällt der Arzt ein folgenschweres Urteil über den späteren Wert eines noch ungeborenen Lebens. Kritiker warnen zudem, dass dadurch der Weg zum "Designer-Baby" gebahnt werden könnte.

 

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